Martin W.Mein Name ist Martin Weiß.
Dies hier ist mein persönlicher Blog, ursprünglich bekannt als "Buch-Ratschlag". Warum sich das ein wenig geändert hat und was es sonst noch über mich und diesen Blog zu wissen gibt, könnt Ihr hier nachlesen.

Rezension: Was würde Google tun

| 1 Kommentar | 0


Jeff Jarvis ist Professor für interaktiven Journalismus an der City University of New York und betreibt darüberhinaus unter buzzmachine.com einen erfolgreichen Medienblog.
In der Internet-Szene ist dieser Mann also ziemlich bekannt, daher verwundert einen der Titel seines neuen und mit Spannung erwarteten Buches nicht sonderlich.

Titel: Was würde Google tun? Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert. Jeff Jarvis.

Aus dem Inhalt:

Wer sich angesichts des kometenhaften Aufstiegs von Google erstaunt die Augen reibt, dem zeigt das vorliegende Buch, dass dieser Erfolg alles andere als zufällig ist. Mehr als 30 Strategien, die Google so unschlagbar machen, präsentiert Jeff Jarvis anhand von konkreten Beispielen, so dass jeder sie in seiner eigenen Branche oder Firma umsetzen könnte.


Meine Meinung zu diesem Buch:
Alles Google, oder was? Jeff Jarvis lässt in seinem Buch keinen Zweifel an seiner “Google-Gläubigkeit”. In vielen Beispielen und Vergleichen zeigt er auf, wie man sich in den unterschiedlichsten Branchen manche Prinzipien des Suchmaschinen-Giganten zunutze machen kann.

Manche seiner Thesen sind naheliegend, andere wiederum stoßen sicherlich erst einmal auf Skepsis:

  • Überlassen Sie ihren Kunden die Kontrolle – sonst werden Sie ihre Kunden verlieren
  • Machen Sie Ihr Unternehmen zur Plattform für die Kunden
  • Vertrauen Sie der Weisheit der Massen
  • Sorgen Sie dafür, dass alles immer noch einfacher wird
  • Die Zukunft gehört nicht den Massen-, sondern den Nischenprodukten

Dies sind nur einige der im Buch ausführlich dargelegten Strategien. Nicht grundsätzlich neu, aber oftmals in ihrer Konsequenz sehr radikal. Insbesondere die Zeitungs- und Verlagsbranche bekommen hier ob ihrer vermeintlichen oder realen Schwerfälligkeit die eine oder andere Breitseite verpasst.

Was für viele der im Buch besprochenen Branchen noch nachvollziehbar ist, nimmt in anderen Bereichen fast schon aberwitzige Züge an. Die Vorstellung von Google als Telekommunikationsanbieter ist ja nicht soweit hergeholt. Die Idee einer eigenen Google-Währung lässt einen aber höchsten noch den Kopf schütteln.

Trotzdem manche Beispiele etwas an den Haaren herbeigezogen wirken, ist das Buch durchaus unterhaltsam geschrieben und regt dazu an, einfach mal einen anderen Blickwinkel im Wirtschaftsleben einzunehmen. Jeff Jarvis versteht es, beim Leser gelegentlich aufkommende Skepsis oder Zweifel zu entkräften und steckt mit seinem – manchmal etwas unkritschen – Optimismus oft an.

Und dass Google als grosses Vorbild genommen wird, das war ja schließlich dem Titel schon klar zu entnehmen, oder?

Fazit:
Kein Spitzentitel, aber durchaus unterhaltsame und anregende Lektüre – nicht nur für Nerds.

Bewertung:

3 von 5 Lesezeichen

 

Was würde Google tun?: Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert
Jeff Jarvis. 416 Seiten. Erschienen im Heyne Verlag.

 
Andere Infos und Rezensionen zu diesem Buch im Internet:

Ein Kommentar

  1. Hallo Martin,

    ich habe das Buch auch gelesen und würde neben der etwas unkritischen Haltung Jarvis’ gegenüber Google zu Deiner Besprechung noch die Wichtigkeit des Links als DAS verändernde Merkmal des Internets hervorheben. Siehe dazu meine Rezension: http://www.buchtest.de/rezension/was-wuerde-google-tun.html

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